harte Schale – grüner Kern

Albersbösch ist in seinen Typologien und seiner urbanen Charakteristik ein einzigartiger Baustein im städtischen Gefüge Offenburgs. Wir wollen die vorhandenen Qualitäten der Siedlung in die Zukunft transformieren.

Der Kontext des Wettbewerbsgebiets ist ein Musterbeispiel einer Siedlung der klassischen Moderne. Die verdichteten, klaren Baukörper, die großzügigen öffentlich zugänglichen Freiräume und die ikonografischen Hochpunkte erzeugen eine enorme räumliche Qualität. Konzeptueller Kern Albersbösch´s ist präzise Setzung verdichteter Solitäre, die frei auf der Landschaft stehen.

Das „Harte Schale – weicher Kern“ – Konzept schließt hier an und transformiert diese Qualitäten unter Betrachtung Zeitgenössischer Werte und Architektursprachen in die Zukunft. Wenn Albersbösch das Abbild eines demokratischen, technikorientierten und auf kollektiver Freiheit ausgelegten Gesellschaftsbildes ist, so ist unser Entwurf das Abbild einer individualisierten, digitalisierten und klimagerechten (Stadt)gesellschaft.

 

Die Albersbösch DNA

Albersbösch ist räumlich geprägt vom Geist der 1960er Jahre. Das ist ein Kompliment. Den verdichteten großformatigen Außenräumen gegenüber. Diese Konfiguration erzeugt ein hohes Maß an öffentlich nutzbarem Raum, den wir als enorme Qualität empfinden. Dieser Außenraum prägt die städtebauliche Atmosphäre und das Leben in Albersbösch. Wir erkennen die verdichteten Baukörper und die großzügigen Freiräume als charakterbildend an. Sie sind die DNA Albersböschs.

Diese großzügigen Außenräume erzeugen in Verbindung mit den klug gestellten Baukörper sehr interessante Perspektiven. Die Identifizierung und die Orientierung im Stadtteil fallen leicht, weil an entscheidenden Stellen klug gewählte Hochpunkte gesetzt sind. Diese ikonografisch wirksamen Architekturen sind integraler Bestandteil des räumlichen Gefüges.

 

Harte Schale – grüner Kern

Ziel des Entwurfs ist die Transformation der Albersbösch DNA. Aus dieser Zielsetzung in Kombination mit der Schallemissionsproblematik im Osten entwickeln wir das Bild der harten Schale und dem grünen Kern. Dieses Konzept existiert bereits: Der westliche Teil des Betrachtungsraumes wurde danach entwickelt. Wir spiegeln also die Konzeption und transformieren die Baukörper und die Freiräume.

Entlang der Bundesstraße setzen wir zeilförmige Baukörper die mit ihrer harten Ostseite die Straße abschirmen. Auf ihrer Innenseite sind diese Baukörper diffus und bilden einen Übergang in die Landschaft. Die Inselbaukörper sind punktförmig, um maximalen Kontakt mit dem Freiraum zu erzeugen und um als Solitäre maximal zur Geltung zu kommen.

Der Landschaftsraum bildet das Zentrum des Entwurfs. Er ist das Plateau auf dem die Solitäre stehen. Der neu entstehende Freiraum entwickelt den Landschaftsgedanken der klassischen Moderne in eine ruhigere, organischere und naturnäherer Form der Landschaft weiter, die Werte wie Biodiversität, Mikroklima und Ökologie beinhaltet. Die Architektur der Inselbaukörper folgt diesem Bild.

 

Loops & Verknüpfungen

Entsprechend dem Bild der Harten Schale und dem grünen Kern legen wir konsequent die Erschließung als Loop um den Freiraum. Wir würden optional den Rückbau eines Teils der Burdastraße empfehlen. Die Erschließung der Baukörper erfolgt immer aus der Harten Schale hin zum weichen Kern.

Neben der Verkehrsinfrastruktur ist uns die Anbindung der Grünräume sowie die freie Beweglichkeit in diesen Räumen von größter Bedeutung. Die Zeilenbebauung im Osten hat eine Adapterfunktion: Sie bildet nach Osten eine klare und hohe Kante aus (harte Schale), nach Westen / Süden ist die Raumkante diffus und vernetzt sich mit dem Grünraum. Die harte Schale verändert in ihrem Verlauf von Nord nach Süd ihre Dichte und ihre Typologie als Reaktion auf die nach Süden ansteigende Schallemissionen.

An den Übergängen zu der bestehenden Bebauung verändern die „Inseln“ ihren Charakter von autarker Skulptur zu kontextbezogenem Übergang. Das Hochhaus in der Quartiersmitte wird städtebaulich freigestellt und in seiner ikonografischen Funktion noch zusätzlich betont.

 

Situation und Perspektive

Die Neubebauung und Freiflächengestaltung in dem neuen Quartier „Albersbösch Burdastraße“ wird zum städtebaulichen Impuls einer qualitätsvollen Wohnraumentwicklung mit naturnahen Grünflächen und Spielraum für ein wohltuendes Miteinander hier unmittelbar im Gegenüber zur Kernstadt. Die Freiraumplanung beachtet die vorhandenen Gegebenheiten und folgt einem einfachen jedoch oft unberücksichtigtem, logischen Prinzip. D.h. außen die Straßen und das Parken, innen der vielfältige Lebensraum für alle Generationen und das geschützte Terrain für das freie Spiel.

Das Entwurfskonzept zur Formulierung von einem zukunftsorientierten Wohnraum in einer Lage mit sehr guter Verkehrsanbindung zeichnet einen städtebaulichen Baustein, der sich in den Kontext der Nachbarschaft einfügt, sich aber auch gleichermaßen durch Raumkanten als Erneuerung und urbane Kontur abbildet. Die Bebauung definiert Eingänge, Durchgänge und Verbindungen, dadurch entstehen Freiflächen und räumlich definierte Nachbarschaften, sowie eine durchgängige Vernetzung mit dem städtebaulichen Umfeld.

 

Living with the Nature

Wohnen inmitten einer Naturidylle ist das Leitbild für die Gestaltung der Freianlagen. Das anfallende Oberflächenwasser speist den Bachlauf und sammelt sich im kleinen schilfummantelten Teich, um zurückgehalten dem Grundwasser rückgeführt zu werden. Holzdecks mit Sitzgelegenheiten, Trittsteine und Stufen zum Wasser formen Aufenthaltsbereiche und Angebote für die Naturerfahrung. Im lichten Schatten der weißblühenden Traubenkirschen treffen sich die Kinder um das begonnene Baumhaus weiter aufzubauen. Währenddessen säen wir im Hochbeet neben unserer Gartenterrasse die soeben auf dem Markt gekaufte Mischung Regenbogen-Karotten.

Insgesamt betrachtet entsteht durch diese Neubebauung in Albersbösch für die Stadt Offenburg ein beispielhaftes verkehrsberuhigtes Quartier mit einem prägenden Freiraum. Ein Ort zum Wohnen und Arbeiten für eine Bürgergeneration mit einem Ressourcenbewusstsein für eine zukunftsorientierte urbane StadtNaturKultur.

 

Mehr_Wert(e)

Mehr Wohnfläche: +10%     (26.300m² auf Investorengrundstück)

Das Prinzip der Harten Schale und des Grünen Kerns erzeugt eine Randbebauung

(13.980m² BGF) und modulare Inseln in der Landschaft (20.100m² BGF). Durch dieses Prinzip der Volumenverteilung können die Inselbebauungen höher werden und mehr qualitativ beste Wohnflächen erzeugen.

Mehr Freiräume: GRZ: 0.17      (Gesamtgebiet)

Diese Verdichtung in die Höhe erlaubt trotz des hohen Gesamtvolumens (26.300m²) einen geringen Footprint (7.930m²) der Gebäude. In Verbindung mit einer sehr effizienten Erschließung ermöglicht das ganz viel Platz für die Landschaft und das Leben zwischen den Gebäuden.

Mehr Aussicht: GFZ: 0.71      (Gesamtgebiet)

Um dieser Landschaft Raum zu geben entwickeln wir die Gebäude in die Höhe. Das erzeugt nicht nur weitere Außenräume sondern auch qualitativ hochwertige Wohnungen mit weiten Ausblicken.

Mehr Flexibilität      (Grundrisse)

Der modulartige Aufbau der Punktbaukörper in den drei Größen 15/15, 17.5/17.5 und 20/20 ermöglicht so eine maximale Flexibilität zwischen 2-, 3- und 4-Zimmerwohnungen. Die 4-seitige Ausrichtung der Punktbaukörper gewährleistet bei allen Wohnungsgrößen maximale Wohnqualität und das Gefühl des Wohnens im Grünen.

Mehr grüne Architektur     (Bauweise)

Das auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit angelegte städtebauliche Konzept zieht sich konsequent bis in die architektonischen Details. Die Baukörper sind in Holzhybridbauweise angedacht, die Fassaden als teilweise begrünte Holzfassaden.

Mehr grünes Quartier      (flankierende Konzepte)

Das Quartier wird durch ein regeneratives Energie- und Wassermanagement und ein Biodiversitätskonzept ergänzt. Der parkende Individualverkehr (Parkierungsschlüssel 1.5) findet weitgehend unter der Erde Stadt. Die notwendigen oberirdischen Stellplätze befinden sich weitgehend im Randbereich des Schallschutzstreifens.